Rangitoto

Dienstag, 07.04.2015

Kia Ora,

da nun die Basis geschaffen ist, kann es los gehen mit den ganzen Ausflügen, die ich bereits gemacht habe. Natürlich werde ich auch die ganzen peinlichen Erlebnisse nennen - der Blog soll ja schließlich keine Einschlafhilfe sein, sondern sich lesen wie Butter- Als erstes haben vier Freunde und ich uns dazu entschieden nach Rangitoto, einer interaktiven vulkanischen Insel in der Nähe von Auckland zu fahren. Am Hafen in Auckland angekommnen mussten wir uns erstmal ein Ticket für die Fähre zulegen. Die Fähre würde eine halbe Stunde nach Rangitoto fahren und zu verschiedenen Zeiten zurück. Als wir alle am Ticketschalter standen haben wir uns schon darauf eingestellt, dass die Fähre teuerer sein wird als eine Busfahrt, jedoch nicht so teuer wie eine Tasche von Fossil (Taschen von Fossil sind alle aus echtem Rindsleder und weisen eine hervorragende Qualität auf....)

Dialog vor dem Ticketschalter:

Katy: Wie viel kostet denn nun ein Ticket?

Felix: Keine Ahnung...

die Dame am Infopoint: ....if you want to take the next ferry....thirty minutes.....thirt..dollar

Katy: Was? 13 Dollar?

Felix: Nein 30.

Katy: Was?  *guckte Felix an und sah, dass er grinst* Ich weiß, dass du mich nur auf den Arm nimmst.

Felix: *lacht* ja, wäre auch ein Witz wenn es 30 kosten würde.

Katy: Stimmt.

Alle anderen hatten schon das Geld bereit gelegt. Ups, es waren doch $30.

Soweit so gut, das Ticket hatten wir alle gekauft. Als wir angekommen sind haben wir uns dazu entschieden den 1,5 Stunden Hike bis zur Spitze auf uns zu nehmen.

 

Auf dem Weg nach oben hat sich leider das Wetter verschlechtert und auf den letzten Metern wurden wir dann auch noch Nass. Aber zu unserem Glück gab es eine kleine, leider nicht wind- und regengeschützte Hütte. Den Zweck dieser Hütte verstehe ich bis heute nicht. Fazit bis jetzt: wir fahren zu der Insel um den schönen Ausblick zu genießen, laufen 1,5 Stunden den Berg hoch und dann ist es bewölkt und wir können kaum die Landschaft sehen. Super!

Doch wie einige ja wissen, bin ich ein kleiner Sonnenschein. Das wusste der große Sonnenschein auch und wollte mir Gesellschaft leisten -wenn ich das lese, muss ich selbst den Kopf schütteln-

Natürlich haben wir uns auf dem Weg zurück gedacht: Wieso den gleichen Weg zurück? Wir wollen ja noch mehr von der Insel sehen. Fröhlich marschierten wir einen anderen Weg zurück und merkten, dass wir nach einer halben Stunde so langsam die Fähre wieder ansteuern sollten. Zum Glück begegneten wir einem Schild, auf dem der Weg und die übrige Zeit vermerkt war. Cool! Wir hatten noch eine Stunde Zeit bis die LETZTE Fähre zurück nach Auckland fährt und auf dem Schild stand wir brauchen 1 3/4 Stunden.

Ja gut, ich hatte eh noch vor ins Fitnessstudio zu gehen, also wieso nicht direkt ein kleines Workout hinlegen und eine Runde joggen? Genug Ausdauer habe ich mir ja jetzt schon antrainiert. Leider haben wir es nicht geschafft und sitzen seit einem Monat auf der Insel fest. Natürlich nicht, wir haben es gerade so eben geschafft

 

 

Eingewöhnung

Donnerstag, 19.03.2015

Kia Ora,

was kann man zur Eingewöhnung bloß sagen? Es gab viele Unterschiede zu Deutschland und somit auch gewisse Challenges, die ich meistern musste. Einige mehr, einige weniger schwer. Zunächst musste ich die Tatsache, dass öffentliche Verkehrsmittel hier sehr teuer sind, aus dem Weg schaffen. Wobei ich eine Busfahrt von $4 (2,77€) nicht unbedingt all zu teuer finde, doch wie man so schön sagt: Kleinvieh macht auch Mist! Nach reichlich Rescherche (eine Freundin hat mir den Tipp gegeben), wusste ich was zu tun ist. Ich musste mir eine sogenannte "AT HOP" Busfahrkarte kaufen, denn damit spart man pro Strecke ein paar Prozent. Als ich nach Erwerb dieser Karte meine nächste "billige" Busfahrt genoss, habe ich ein Schild entdeckt, auf dem vermerkt war, dass ich mit meinem Studentenausweis noch billiger fahren kann. Also nichts wie los nach Auckland, Downtown, um meine AT HOP Karte mit meinem Studentenausweis zu konfigurieren. ZACK - jetzt fahre ich mittlerweile fast umsonst

Nächste Hürde war dann der erste Einkauf. Da auch die Lebensmittel teuerer sind als in Deutschland stellt man sich natürlich die Frage: Was brauche ich um zu überleben? Was sind Luxusgüter? Somit stand auf meiner Einkaufsliste:

  • Wasser ohne Kohlensäure
  • Eier
  • Salatkopf
  • Gurke
  • Feta
  • Mais
  • Instant Suppen
  • Müsli
  • Milch
  • Dressing
  • Yoghurt
  • Hähnchen

Im Prinzip sieht so jedes mal meine Liste aus, aber da wir von der Orientation Week an der Uni oftmals zu FREE Food eingeladen werden, falle ich natürlich nicht vom Fleisch. Selbstverständlich gibt es für den Einkauf auch eine Karte um billiger einzukaufen. Mein Vater hat mich schon darauf aufmerksam gemacht, jedoch habe ich diese Information -ausversehen- ignoriert. Ich kann euch aber aufatmen lassen, denn der Erwerb dieser Karte steht über dem Fallschirmsprung auf meiner To-Do-Liste. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Bier und Fleisch hier sehr teuer sind, jedoch Toast und Ware in Massen á la 2 für $4 eher günstig.

Bei der bereits erwähnten Orientation Week (Orientierungswoche) gab es jedoch nicht nur FREE Food. Man wurde ausreichend informiert, hat seinen Stundenplan bekommen und einen Stick. Die Maoris haben an dem ersten Tag eine Begrüßungszeremonie abgehalten und auch in das Maori Haus durften wir rein.

Noch bevor die Kurse anfangen war für mich klar, ich wähle meine Kurse um. Mein Studenplan war zwar von den Zeiten überragend, denn ich hatte nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Uni, aber die Kurse gefielen mir nicht. Nun sieht meine Wochenplanung wie folgt aus:

Leider ist das Bild von schlechter Qualität, aber ich denke man kann sich vorstellen wie meine Woche aussieht.

Ansonsten habe ich mich im Fitnesstudio angemeldet und mittlerweile nennt man mich auch schon Hulk.

 

 

Flug und Ankunft

Montag, 16.03.2015

Kia Ora,

an alle, die meinem lang ersehnten Blog nun folgen. Endlich ist es soweit, ihr werdet nun so oft es geht über meine Eindrücke, neuen Erfahrungen und Gedanken informiert. Natürlich werde ich euch in diesem Auslandsblog auch einiges bieten, indem ich euch mit meinen Bildern und Videos erschlage - ich hoffe ich lehne mich gerade nicht zu weit aus dem Fenster.

Vorab eine kleine Erläuterung zu dem Titel des Blogs: Metamorphose, aus der Botanik stammend, bedeutet "die evolutionäre Anpassung einer Pflanze an ihre jeweiligen Umweltbedingungen". In meinem Fall lassen wir die Pflanze mal weg und ersetzen diese durch mich .Korrektur der Definition: "die evolutionäre Anpassung von Katy an ihre jeweiligen Umweltbedingungen". Hört sich doch schon viel besser an. Natürlich fehlt hier noch ein gut gewähltes Beispiel für die bevorstehende Anpassung. Was würde wohl besser passen als die Verwandlung von einer Deutschen zu einer Neuseeländerin oder anders gesagt von einer Kartoffel zu einer Kiwi.

Den Blog beginnen wollte ich mit dem gefühlten 5 Tage langen Flug und der Ankunft in meinem neuen Zuhause. Am 18.02 ging mein Flug um 14:35 von dem Düsseldorfer Flughafen in Richtung Dubai. Über den Abschied ist nicht viel zu sagen, außer dass ich froh war, Abstand von der Sippe zu bekommen Natürlich nicht! Der Abschied war sehr emotional, denn schließlich war dies kein typischer Mama-ich-geh-zu-einer-Party-und-komme-wieder-wenn-ich-geradeaus-laufen-kann-Abschied. Dieser Abschied sollte für eine lange Zeit sein und diesmal nicht nur von Mama, sondern direkt von neun anderen liebenswerten Menschen: Mama & Papa, Tante Susi & (neuerdings) Onkel Jürgen, Oma, Kathi & Ben, Cora, Vanessa und Sebi. Ein Paar Tränen sind geflossen. Ich war zwar sehr traurig meine Liebsten (natürlich alle von der Party) zurück zu lassen. Vorallem war ich traurig, dass ich die neuen Erfahrungen welche ich sammeln werde nicht mit ihnen erleben kann. Abgesehen, ich teile sie via Internet mit. Im Flugzeug konnte ich mich gerade wieder fangen, doch dann wurde mir eine Überraschung von Felix überreicht. Ich habe von meiner Mama ein Buch bekommen, indem Familie und Freunde mir ihre Gedanken und letzten Wünsche mit auf den Weg gegeben haben. Good Job Mama . Die erste Seite aufgeklappt, musste ich sie direkt wieder umklappen, weil ich sie sonst getränkt hätte. Vorteilhaft, dass ich keine Taschentücher hatte. Also fürs nächste mal wenn jemand ein Auslandssemester bestreitet und ein Abschiedsbuch bekommt, bitte Taschentücher beilegen. Nach einer halben Stunde versuchte ich es auf ein Neues, jedoch ohne großen Erfolg. Beim umblättern auf die zweite Seite ging es wieder los und ich musste das Buch wieder schließen. Das Ende der Geschichte: Ich hatte bis nach Auckland was von dem Buch.

Mein Flug ging von Düsseldorf über Dubai, über Kualalumpur, über Melbourne nach Auckland. Wie ich mich dabei gefühlt habe und wie wenig ich geschlafen hatte, haben ja schon einige von euch in den Videos gesehen.

Endlich in Auckland angekommen, mussten Felix und ich erstmal ein Taxi oder einen Shuttle suchen. Ein recht günstiger Shuttle hat uns dann bis zum Unigelände gebracht. Da wir nicht genau wussten, wo der Shuttle uns raus lassen soll, haben wir gesagt: Einfach dort, wo Sie immer alle Jugendlichen raus lassen. Zu unserem Bedauern war dies leider genau der weit entfernteste Ort von unserem Wohnheim.

 

Wir wurden oben rechts abgesetzt und mussten 15 Minuten, voll bepackt, nach unten links. Aber kein Problem für die top konditionierte Fußballspielerin - dachte ich. Wie sollte es auch anders sein, durch die Wärme und den langen Fußmarsch, hatte sich ein Rolle meines Koffers gelöst. Zusätzlich waren es gefühlte 30 Grad, was wohl an meiner Winterbekleidung lag. Mit Winterbekleidung meine ich lediglich Leggings und Pulli. Keine typische Winterbekleidung in Deutschland, jedoch umsomehr in Neuseeland.

Endlich angekommen, wurden wir in unser Apartment gelassen. Zwei von drei Zimmern waren noch frei. Felix schnappte sich das äußerste und ich reservierte direkt das Zimmer in der Mitte. Fehlentscheidung kann ich nur sagen. Die Wände in dem Wohnheim sind dünn wie Pappe, vergleichbar mit einer Bibelseite. Daraus resultiert eine Beschallung von beiden Mitbewohnern. Apropos Mitbewohner: Felix, bereits bekannt und Ina, ebenfalls Dortmunderin vervollständigen das Trio - vorerst. Die Koffer wurden ausgepackt und direkt fallen einem tausend Sachen ein, die man vergessen hat. Häuslich niedergelassen gingen Felix und ich zum Supermarkt, um Bier und Wodka zu kaufen. Natürlich mache ich nur Spaß, Cola zum mischen haben wir auch gekauft . Mumpitz, wir haben Lebensmittel gekauft.

Mehr gibt es zu dem Thema Flug und Ankunft erstmal nicht zu berichten. Die nächsten Einträge werden definitiv weniger Text und mehr Bilder enthalten.

Ka Kite Ano!